Wie starte ich mit Procreate

ZEICHNE MIT MIR

Geschrieben von: Anja von emmapünktchen ®

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Veröffentlicht am

Zeichne mit mir – iPad raus, Procreate auf & los geht’s!


Hey du, schön, dass du mitzeichnest!


Mach es dir gemütlich, schnapp dir dein iPad und deinen Apple Pencil und öffne Procreate. Heute entsteht wieder gemeinsam eine neue Illustration – Strich für Strich und Schritt für Schritt.


Wenn du schon einmal bei einem meiner „Zeichne mit mir“ dabei warst, weißt du: Hier geht es nicht um perfekte Linien.


Und falls du zum ersten Mal dabei bist, weißt du es jetzt auch. 


Ich zeige dir, wie ich mein Motiv zeichne, und verrate dir unterwegs meine liebsten Procreate-Tipps und kleinen Tricks. Du kannst jeden Schritt genauso nachzeichnen oder meiner Vorlage einfach so lange folgen, bis deine eigene Idee übernimmt.


Denn am Ende soll hier nicht zweimal meine Illustration entstehen.


Ich möchte deine sehen.


Damit du direkt loslegen kannst, habe ich dir auch dieses Mal zwei kleine Extras vorbereitet:


→ Schritt-für-Schritt-Anleitung zum Ausdrucken


→ Meine Procreate-Farbpalette herunterladen


Alles bereit?


Dann los.


01 – Wir starten ganz locker


Neue Leinwand öffnen und erst einmal durchatmen.


Der erste Strich muss noch gar nichts können.


Meine ersten Skizzen sehen meistens ziemlich wild aus. Ich suche Formen, zeichne Linien mehrfach, radiere wieder etwas weg und schiebe einzelne Elemente so lange herum, bis es für mich passt.


Und genau dafür ist eine Skizze da.


Mini-Tipp: Wenn du deine Illustration später drucken möchtest, erstelle deine Leinwand direkt in einer ausreichenden Größe und arbeite mit 300 dpi. So hast du später mehr Möglichkeiten.


Und noch etwas, das ich mir irgendwann angewöhnt habe:


Neue Ebene. Neue Ebene. Neue Ebene.


Okay, ganz so viele brauchen wir nicht.


Aber Skizze, finale Linien, Farben und Details trenne ich gerne voneinander. Das hat mich schon ziemlich oft gerettet, wenn ich später „nur noch ganz schnell“ etwas verändern wollte.


02 – Von der Skizze zur Zeichnung


Bist du mit deiner groben Skizze zufrieden, reduziere die Deckkraft der Skizzenebene.


Dann erstellst du darüber eine neue Ebene.


Jetzt zeichnen wir unsere endgültigen Linien.


Ich versuche dabei übrigens nicht, meine Skizze millimetergenau nachzufahren. Sie ist nur mein Gerüst.


Manchmal rutscht eine Linie ein bisschen nach links.


Manchmal wird eine Form größer.


Manchmal gefällt mir die neue Version plötzlich viel besser.


Das ist absolut OK.


Mein Procreate-Tipp für schönere Linien


Wenn dir das Zeichnen mit dem Apple Pencil noch etwas ungewohnt vorkommt, probiere die Stabilisierung in deinen Pinseleinstellungen aus.


Sie kann kleine Wackler ausgleichen und deine Linien ruhiger wirken lassen.


Aber ich drehe sie nie komplett hoch.


Ich mag Linien, denen man noch ansieht, dass ein Mensch sie gezeichnet hat.


Und für alles andere gibt es schließlich meine wahrscheinlich meistgenutzte Procreate-Geste:


Zwei Finger tippen = Rückgängig.


Wenn du sie einmal verinnerlicht hast, wirst du vermutlich irgendwann versuchen, damit auch auf Papier etwas rückgängig zu machen. Kennst du, oder?


03 – Mach komplizierte Dinge einfach


Wenn du bei einem Teil des Motivs denkst:


„Wie soll ich das denn zeichnen?“


Dann zerlege es.


Fast alles lässt sich zunächst aus Kreisen, Ovalen, Bögen und einfachen Linien zusammensetzen.


Ich zeichne deshalb zuerst die großen Formen und kümmere mich danach um die Details.


Mini-Tipp: QuickShape


Brauchst du einen sauberen Kreis oder eine gerade Linie, zeichne die Form und lass den Apple Pencil am Ende kurz auf dem Display liegen.


Procreate erkennt die Form und hilft dir, sie zu korrigieren.


Superpraktisch.


Aber auch hier gilt:


Nicht alles muss perfekt sein.


Ein etwas schiefer Kreis hat manchmal einfach mehr Charme.


04 – Farbe! Endlich.


Jetzt kommen wir zu meinem Lieblingsteil.


Für unser heutiges Motiv habe ich dir genau die Farben zusammengestellt, die ich selbst für meine Illustration verwende.


→ Meine Procreate-Farbpalette herunterladen


Du kannst die Palette direkt in Procreate importieren und hast anschließend alle Farbtöne griffbereit.


Und jetzt kommt mein Lieblingssatz für diesen Teil:


Mach’s zu deinem!


Meine Farben sind ein Vorschlag.


Mehr nicht.


Tausch sie aus. Mach dein Motiv heller, dunkler, bunter oder reduzierter. Nimm meine Palette als Ausgangspunkt und schau, was passiert.


Wenn ich mir bei einer Farbkombination nicht sicher bin, dupliziere ich gerne meine Illustration und probiere auf der Kopie etwas völlig anderes aus.


Das ist einer der großen Vorteile beim digitalen Zeichnen:


Wir dürfen experimentieren, ohne unser Original zu ruinieren.


05 – Mein kleiner Procreate-Held: Alpha Lock


Wenn du Alpha Lock noch nicht benutzt, solltest du diese Funktion unbedingt ausprobieren.


Ich verwende sie ständig.


Du hast zum Beispiel eine Fläche bereits ausgemalt und möchtest jetzt Struktur, Schatten oder eine zweite Farbe hinzufügen.


Aktivierst du Alpha Lock, malst du nur noch auf den Pixeln, auf denen sich bereits etwas befindet.


Du kannst also ganz entspannt über die Fläche zeichnen, ohne über den Rand hinauszumalen.


Für Texturen und kleine Farbakzente ist das unglaublich praktisch.


Mini-Tipp: Wenn du später noch flexibel bleiben möchtest, benutze stattdessen eine Schnittmaske.


Und damit sind wir direkt beim nächsten meiner Lieblingshelfer.


06 – Schnittmasken retten meine spontanen Ideen


Ich probiere beim Zeichnen ziemlich gerne Dinge aus.


Und nicht alle davon sind gut.


Deshalb liebe ich Schnittmasken.


Erstelle über deiner Farbfläche eine neue Ebene und aktiviere die Schnittmaske. Alles, was du jetzt darauf zeichnest, bleibt innerhalb der Form auf der darunterliegenden Ebene.


So kannst du Schatten, Highlights und Strukturen ausprobieren, ohne deine eigentliche Farbebene zu verändern.


Gefällt es dir?


Perfekt.


Gefällt es dir fünf Minuten später überhaupt nicht mehr?


Ebene ausblenden.


Problem gelöst.


07 – Rauszoomen!


Hier kommt eine kleine Erinnerung für dich – und mindestens genauso sehr für mich:


ZOOM. RAUS.


Auf dem iPad kann ich mich wunderbar in einem winzigen Detail verlieren.


Dann sitze ich da und korrigiere eine kleine Linie wieder und wieder …


… die später wahrscheinlich niemand jemals bemerkt.


Deshalb zoome ich während des Zeichnens bewusst immer wieder heraus und schaue mir das komplette Motiv an.


Wie wirkt die Illustration insgesamt?


Stimmen die Proportionen?


Braucht eine Stelle noch etwas?


Oder – ganz wichtig – ist vielleicht schon genug da?


Nicht jedes freie Fleckchen braucht noch einen Punkt.


Auch wenn es manchmal schwerfällt.


08 – Jetzt kommen die kleinen Dinge


Wenn die großen Formen und Farben fertig sind, kommt mein persönlicher Lieblingsteil.


Die Details.


Kleine Punkte, Linien, Muster, Highlights und Texturen.


Hier passiert bei mir meistens einiges spontan.


Und genau jetzt möchte ich, dass du dich ein bisschen von meiner Vorlage löst.


Schau dir deine Illustration an.


Was fehlt deiner Version noch?


Vielleicht bekommt dein Motiv ein Muster, das meines nicht hat.


Vielleicht möchtest du noch ein kleines Element hinzufügen.


Oder du lässt etwas weg, das ich gezeichnet habe.


Mach’s zu deinem.


Denn deine Illustration muss nicht aussehen wie meine.


Deine Zeichne-mit-mir-Anleitung zum Ausdrucken


Wenn du nicht ständig zwischen diesem Beitrag und Procreate hin- und herwechseln möchtest, habe ich dir alle Schritte noch einmal übersichtlich zusammengestellt.


→ Zeichne-mit-mir-Anleitung herunterladen & ausdrucken


Leg sie neben dein iPad und arbeite die Schritte einfach in deinem eigenen Tempo durch.


Du kannst jederzeit stoppen, zurückgehen, etwas ausprobieren oder einfach morgen weitermachen.


Kreativität hat keinen Abgabetermin.


Bevor du gehst …


Schau dir deine fertige Illustration noch einmal an.


Nicht meine daneben.


Nur deine.


Vielleicht ist eine Linie krumm. Vielleicht ist eine Farbe ganz anders geworden als geplant. Vielleicht hast du irgendwo improvisiert.


Gut so.


Denn genau diese kleinen Entscheidungen machen aus einer Anleitung deine eigene Illustration.


Wenn du dein fertiges Bild teilst, zeig mir unbedingt deine Version. Ich finde es jedes Mal spannend zu sehen, wie aus denselben ersten Schritten am Ende völlig unterschiedliche Bilder entstehen.


Und jetzt kennst du die Regel:


iPad raus. Procreate auf. Nicht zu lange nachdenken.


Wir zeichnen. 



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